Lasst doch den Leuten ihre Götter!

Liebe Mitchristen!

Kürzlich beklagte sich ein Kumpel, dass manche Lebenseinstellungen, etwa das Veganertum, zu einer richtigen Ersatzreligion geworden seien. Alles drehe sich um das korrekte Essen, das ganze Leben, wie bei einer Religion. Nicht bei allen Vaganern, bei einigen aber schon.

Hach! Wenn doch nur die Menschen mit dem gleichen Eifer nach Gott suchen würden, wie nach dem nachhaltigen Essen. Wenn doch nur die Menschen ihre freie Energie dafür einsetzen würden, den HERRN, also unseren Gott zu suchen …

Hier die Antwort von Ideesamkeit.de:

Wunderbar! Liebe Christen – genau so soll es doch sein! Dem einen seine veganen Trends, dem anderen seine Lotsch im Fußballstadium. Freude, Lebenssinn, ein Lebensinhalt, den man sich etwas kosten lässt. Genau das ist ja unser Anliegen als Christen. Jeder soll den Gott kriegen, den er möchte!

Warum sollen die Leute ausgerechnet unseren Gott suchen? Lasst sie doch. Sie sind glücklich, fröhlich, und erleben bei – Fußball und Veganertum herzliche und gute Gemeinschaft. Was hätten wir denn mehr zu bieten?

Etwas ernstgemeinter: Kuckt mal: Wenn einer einen Großteil seiner freien Energie dazu einsetzt, den HERRN zu suchen oder sich für seine Botschaft einzusetzen, damit Veganer, Fußballer, Franzosen, Deutsche und andere sich aufrütteln lassen und ihrerseits den HERRN suchen …

… DANN bekommt man Unverständnis und Gegenwind und Zurechtweisung … von Christen! Wenn man gar noch um Gebet für solche Versuche bittet, damit auch Gott mitwirkt und andere wirklich von ihren Götzen ablassen und an Gott, den Vater von Jesus glauben, erhält man in Familie, Beziehung, unter Mitchristen usw. noch viel mehr Gegenwind, Unverständnis oder öfter auch Zurechtweisung.

Einige Christen – nahe wie flüchtig Bekannte – werfen einem dann regelrecht vor, dass man Zeit, Aufwand, Kraft, Geld, Zuwendung für Gott einsetzt. Andere kreiden es einem an, wenn man um Mithilfe oder Gebet bittet. Christliche Grüppchen setzen einen vor die Tür, wenn man Gebet für diese Dinge erbittet. Und das alls von Christen!

Also, liebe Mitchristen: Lasst doch die Menschen bei ihren Ersatzreligionen! Ja! Wozu wollt ihr ihnen denn unseren Gott aufschwatzen? Fußball macht erwiesenermaßen mindestens genauso glücklich wie das Christentum. Wenn wir ehrlich sind: Fußball macht die meisten Menschen eher noch glücklicher. Veganertum scheint mir persönlich der falsche Weg zum Magen zu sein, und nicht das Gesündeste. Aber bitte: Jeder soll sich doch seine Last und seine Bürde, die er im Leben trägt, selbst aussuchen. Wer Budda will, soll halt Budda anbeten, wer die Steine verehren will, knie vor einem Kieselstein nieder!

Warum um alles in der Welt sollen sich die Leute von den leblosen Götzen an den echten Gott wenden? So wichtig kann das doch gar nicht sein.
Sonst würden ja Christen sich untereinander bei der Verbreitung des Evangeliums helfen – mindestens im Gebet – und nicht einander Knüppel, Ablehnung, und Steine in den Weg werfen.

Wir behaupten immer, dass Gott uns so, so wichtig wäre.
Das glaube ich nicht.

Seit Jahr und Tag versuche ich, das Evangelium, das ja sehr, sehr wichtig sein soll *Augenzwinker*, in schriftlicher Form oder anderweitig weiterzugeben.
Quer durch viele Gemeinden, quer durch christliche Internetforen, sogar in christlichen Gebetsgruppen, bei nahen Verwandten genauso wie bei Geschwistern in Gemeinden – alles unter Christen! – …

… die hauptsächliche Reaktion von vielen Christen, die bewusst und entschieden und persönlich an Jesus Christus, Gottes Sohn, glauben …

… auf meine Versuche, die gute Nachricht von Jesus Christus zu verbreiten …

… lautet:

So etwas können wir nicht unterstützen! Man sagt doch nichts öffentlich von Jesus. Nein, da sind Zeit und Geld und Aufwand und was du da alles reinsteckst viel zu schade. Und zu peinlich ist es uns auch. Mit so etwas wollen wir gar nicht in Verbindung gebracht werden.Und dafür beten? Nein, nein, so etwas kann und will Gott nicht unterstützen. Also wir wollen jedenfalls Gott nicht um seine Hilfe dafür bitten …

Nicht, dass jemand sämtliche Aussagen auf sich bezieht. Diese Reaktionen habe ich von vielen Christen an vielen Stellen – im Internetz genauso wie „im richtigen Leben“ – 1000fach gehört. Und je frömmer und bibelbewusster manche Geschwister leben, desto mehr lehnen sie oftmals meine Bemühungen ab, das Evangelium zu verbreiten. Obwohl gerade uns als Frommen das immer so wichtig war.

Leutz, liebe Christen, lasst mich was erzählen:

Diese Reaktionen – von Christen – können doch nur eines heißen:

So wichtig kann das mit Gott und Jesus nicht sein!
Vergessen wir’s!
Es gibt wesentlich wichtigere Dinge!

Was wäre, wenn tatsächlich einer von den Menschen um uns herum, einer von Gottes geliebte Menschen, all seine freie Energie und Zeit darein stecken würden, um den HERRN zu suchen – statt sein Leben nach dem richtigen, veganen Essen auszurichten?

Dann, liebe Mitchristen, würde dieser Mensch höchstwahrscheinlich in seiner Umgebung genauso viel Unverständnis und Gegenwind bekommen wie z.B. ich. Nicht nur von Nichtchristen. Sondern wahrscheinlich auch von sehr vielen Christen.

Und das nur, um anschließend einem Glauben zu fröhnen, den wir Christen, wie oben geschildert, selber oft nicht wirklich ernstnehmen.

Liebe Geschwister:
Da können unsere Zeitgenossen doch auch gleich im Veganerclub oder bei der Fußballreligion bleiben.

Das ist geselliger, sinnerfüllter und gesünder.

Lasst uns ehrlich sein: Gute Gemeinschaft, ein sinnerfülltes Leben, Freude, Beziehungen, Freimut, Angenommensein, Choräle (im Stadion), Stärkung und Ermutigung für die Krisen des Lebens – mehr als das, was Fußball und Veganertum leisten können, haben wir als Christen doch auch nicht zu bieten.

Jeder nach seiner Fasson.
Warum wollen wir denn anderen den Glauben an unseren Gott überstülpen?
Wäre das nicht egoistisch – nur damit wir selbst uns besser fühlen?

Lasst uns so glauben, wie wir als Christen glauben.
Und lasst die Gläubigen der Fußball-Religion und die Menschen, die ihr Essen nicht der Gesundheit zu liebe, sondern mehr aus einer religiösen Haltung heraus auswählen, das verehren, was sie mögen. Ein jeder glaube das, was ihm am Herzen liegt.

Wäre es nicht falsch und uneinsichtig, wenn wir unsere Energie dafür einsetzen würden, anderen für einen Glauben zu gewinnen – ihnen diesen Glauben gar anzudrehen – , nur weil uns selbst dieser Glaube so an Herz gewachsen ist?

Lasst uns unseren Glauben feiern und Gott ehren!
Aber lasst uns nicht Menschen außerhalb unserer Gemeinden und Gemeinschaften mit dem Gott aus der Bibel belästigen.


 

Ich hoffe, die entsprechenden Passagen sind als Satire erkennbar. ;-)

Dieser Beitrag stammt aus einem Gebetsforum – etwas überarbeitet.
Was dabei das genaue Gebetsanliegen ist, weiß ich auch nicht.
Zuvor hatte ich ja schon, dort und an vielen Stellen um Gebet für meine Versuche, das Wort von Gott zu verbreiten, gebeten. Daraufhin hagelte es – gerade von Christen (!) – Kritik, Unverständnis und Zurechtweisungen. Da ich „zuviel Gebet beanspruchte“ (Kann man das: zu viel beten?!) hat ein Gebetsforum mich sogar gleich mal für ein Jahr gesperrt.

An alle, die einen guten Draht nach oben haben – an alle Beterinnen und Beter:
Keine Ahnung, was das Gebetsanliegen bei obigem Beitrag ist.
Wozu wolln wir da überhaupt beten?

 

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