Glugsi, Gipfeli und Chuchichäschtli

Sprachempfehlungen fürs (Hoch-)Deutsche. – Heute: 7 schräge schweizerische Wörter (Beitragswiederholung vom 22.05.2013)

Deutsch, Berndeutsch, Schweizerdeutsch – das Schweizerische hat echt ein paar ulkige Wörter – nebst einer Reihe von Zungenbrechern – zu bieten. Vorgestellt von Cielle Noire in ihrem Youtube-Kanal. Zumindest die einfacheren Wörter wie Glugsi und Gipfeli (Bedeutung s. unten) seien zur Aufnahme in den hochdeutschen Sprachschatz empfohlen. Es muss ja nicht gleich das Himmugüegäli oder das Chuchichäschtli sein …

Wer noch nicht das Schauband angesehen hat:
Erst das Wideo kucken – nicht hier spicken! ;-)

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Die meisten der vorgestellten Wörter im Überblick – nebst dem ein oder anderen eigenen Gedanken:

  • Glugsi, das – heißt ganz einfach Schluckauf
  • Gipfeli, das – Die Frage ist völlig berechtigt: Warum erfinden wir eigentlich kein deutsches Wort für Kroassong (Croissant)? Jut, schweizerisch tuts auch. Fragt beim nächsten Einkauf in eurer Bäckerei einfach ganz trocken nach nem Gipfeli. ;-)
  • Plöidere, das – das Plaudern. Wenn man’s mit ö-i auspricht. Sonst eher Pläudere (auch wenn die Form mit ä kein korrektes Schweizerisch ist).
  • hännä, hänne – neues Wort für mega. Das andere, im Schauband genannte Wort, hört sich in der Form mit ä für deutsche Ohren zwar auch einfach fremd und damit neutral an. Laut wikipedia.de kann es aber je nach Zusammenhang und Mundart als ganz normales Wort gelten (bes. in der Jugendsprache), aber auch als derber Fluch. Von daher ist es hier in der Übersicht weggelassen – hännä scheint als Wort zwar verhältnismäßig farblos, aber dann doch besser.
  • Chuchichäschtli, das: Wenn man weiß, was gemeint ist, durchaus zu verstehen ;-).: Das Küchen-(Chuchi)-Käst(chäscht)-chen(-li) – das Küchenschränkchen. Das zweite ch in Chuchichäschtli muss man unbedingt extra lang aussprechen, die anderen chs kurz. Also eigentlich Chuchchichäschtli …
  • Himmugüegäli, das: Sprachverwirrung gelungen. Wenn Gott beim Turmbau zu Babel überall so gearbeitet hat wie hier (mit Einfluss auf die Lautgesetze), ist es kein Wunder, dass die Völker rund um den Globus sich schon rein sprachlich nicht mehr verstehen.Himmugüegäli klingt absolut rätselhaft. Aber im Grunde genommen dürfte es reines Hochdeutsch sein, sozusagen. Wenn man weiß, wie.Himmu klingt wie Himmel und heißt auch so: Himmel. Warum das el jetzt zu u zusammengezogen oder zumindest einfach durch u ersetzt ist – keine Ahnung. Die Franzosen machen das aber bei manchen Wörtern genauso. Was güegeli heißt, kann sich Cielle Noire zwar auch als Schweizerin nicht erklären … ich würde mal auf “Kügelchen” tippen. g und k sind zwei eng verwandte Mitlaute, also güegä-li und Kügel-lein lägen gar nicht so weit auseinander.Und wenn Sie an einem sonnigen Tage zum Himmel schauen: Da kommen tatsächlich kleine, rote, schwarz gepunktete Himmelskügelchen angeflogen – oder sie schwirren wieder ab.Bisher noch nicht verbrieft, würde als wortgeschichtlicher Hintergrund aber durchaus einleuchten.Weiß irgendjemand genaueres und kann diese Erklärung bestätigen oder wiederlegen? -> Einsendeblatt …
  • grüezi sollte man als Nichtschweizer nicht verwenden, da es sich für Schweizer leicht sehr unecht anhört
  • verabsoluten (hochdeutsch) – Wie man sieht, betätigt sich auch die Vloggerin sprachschöpferisch: verabsoluten für verabsolutieren.

 

Peppen Sie Ihren Wortschatz auf! Mit Chuchichäschtli und Himmugüegäli können Sie zugleich Stimm- und Sprechträning durchführen. ;-)

www.ideesamkeit.de – Sprache. Vielfalt. Kreativität.

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