Der schmale Tag – Schmaltag

Der schmale Tag lässt oft nur Zeit für kurze, öberfläche Gespräche: Wie ist das Wetter? – Ach ja, könnte besser sein! – Und Fußball? – Du, ich war bei der EM. Ich habe den Schweinsteiger’de, den Draxler’de und alle Torschützen’de der EM gesehen, außerdem den Löw’de, der war auch dabei … – Du warst echt im Stadion? – Awa! Wo denkste hin.Ich habe die’de angefeuert. Vorm Internetzfernsehen natürlich. …

Immerhin dient der schmale Tag (kurz: Schmaltag) als sozialer Kitt. Man redet noch mitnander? Gut, dann ist die Welt ja in Ordnung. Wahnsinnig tiefschürfende Gespräche lassen sich am schmalen Tag jedoch eher selten führen. Daher heißt es ja Schmaltag (Smaltalk), weil die Zeit am Tag dafür doch eher begrenzt ist. Ausführlichere Gespräche fallen eher unter den Begriff breiter Tag.

Hintergrund:

Entwickelt wurde der Begriff Schmaltag von Ideesamkeit.de aus dem Englizismus Smaltalk. (Wobei Schmalltag zuvor schon rund 21 mal im Netz auftauchte.) Zuerst einmal wurde Smal übersetzt, ganz einfach, was den Schmaltalk ergab, und schmaltalken als Zeitwort. Dann kam die Ülegung: Wie gibt man Talk mit deutscher Schreibweise wieder – falls man es nicht wie t-a-l-k spricht? Also kam der Schmaltohlk, aber da fehlt das offene o. Vielleicht Schmaltohrk? Oder Schmaltalg, etwas an die Schreibung mit a angeglichen? Ein g am Ende klänge schon etwas weicher. Schmaltarg vielleicht? Das könnte Deutsch sein, den Talg gibt es ja auch. Ooooderrrr: Gleich ganz ohen r? Schmaltag?! Schmal-Tag?!! Der schmale Tag?!!! Das ergäbe sogar einen Sinn, denn der Tag ist ja für den Schmaltag oder Smaltalk eng begrenzt.

Der schmale Tag – oder der Schmaltag. Ich glaub, damit ist für den Smaltalk eine ganz gute Ütragung gefunden.

Ganz nebenbei wurde in diesem Artickel auch noch ein ganz neuer grammattischer Fall vorgestellt: der Internetzfall – oder für Lehrerinnen und Lehrer: der Internetzatief bzw. der Internetzativ. Ein eigener Fall für alles, wo man nicht selbst dabei war, sondern was man nur im Internetz, per Wotzäpp, im Fernsehen, in Zeitüng (Mehrzahl von Zeitung), im Radio oder in anderen Medien gesehen oder gehörtat. Gebildet wird der Internetzatief mit der an Hauptwörter und Namen angehängten Endung -‚de oder -de. Das erinnert an „.de“ – also ans Netz – kommt aber eiglich vom türkischen Lokativ -‚de, der auf die Frage Wo (hast du das gehört/gesehen? – Im Netz! ;-)) antwortet.

Der Internetzatief als neue grammattische Form ist ein Versuch von Ideesamkeit.de, dem Verlust der Fälle im Deutschen vorzubeugen. Der Genitief ist ja schon so gut wie futsch. Dass wir einen Instrumental hatten, weiß so erst recht keiner mehr. Da braucht es mal ein bisschen Ersatz. Ein eigener Fall für Infos, die man aus Internetz und Medien hat (wo man also nicht selbst dabei war), ist da gar nicht schlecht.

 

 

 

 

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