@ das Klinikpersonal der C. Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg

Lieber Herr Börner,
Sehr verehrte Scheffärzte, Ärzte, Krankenschwestern, Liebes Reinigungspersonal, Sehr verehrte Klinikleitung,

Sie haben genau das Richtige gemacht. Hut ab!
Es ist irrsinnig schwer, sich für das Gute und für Gottes Anliegen einzusetzen – wenn der eigene Ruf, die Stimmung oder Stellung und die Karriere auf dem Spiel stehen.

Möglicherweise haben Sie, Herr Börner, selber Bammel. Bei ähnlichen Entscheidungen in viel kleinerem Rahmen (in einem kleinen Altenheim und in einer Versandfirma) hatte ich weiche Knie – es hätte immerhin meinen Job kosten können – und ein neuer Job war zu dem Zeitpunkt nicht in Aussicht.

Von daher fühle ich ein bisschen mit Ihnen mit. Und möchte Sie ermutigen: Selbst wenn die Zeit für Sie hart werden könnte – lassen Sie Gott weiterhin seinen Platz an der ersten Stelle. Danke, dass Sie sich für Gott und für das Überleben von Menschen einsetzen.

Ja, das ist Ihr Recht und Ihre Pflicht das zu tun. Mit diesem Satz widerspreche ich all denen – auch vielen Christen – die meinen, Sie hätten als Scheffarzt Ihre Kompetenzen überschritten, weil Sie anderen in Ihrer Abteilung Schwangerschaftsabbrüche verboten haben.
Wenn es um Frösche oder Lurche ginge, hätten diese Meinungen Recht. Frösche auf der Landstraße zu überfahren, kann kein Scheffarzt verbieten. Das würde tatsächlich seine Kompenzen überschreiten – und ob man Frösche überfährt oder nicht, ist – so hart das klingt – jedem seine Privatsache.

Aber hier geht es um Menschen! Um Babys – im Bauch! Und wenn ein LKW auf eine Menschenmenge zurast, da gebührt jedem ein großes Dankeschön, der versucht, den LKW zu stoppen – oder wenigstens etwas abzubremsen oder abzulenken. Damit im Idealfall keine – und ansonsten immerhin nicht ganz so viele Menschen von einem Amock-LKW umgenietet werden.

Wenn es gelänge, so einen LKW auf Amockfahrt von der Menschenmenge abzulenken – dann würde jeder, der das schafft oder der es wenigstens versucht, als Held gefeiert. Weil er Menschenleben rettet.

Sie aber retten Menschenleben, und erhalten dafür Widerspruch, Schelte, Zurechtweisung, Drohungen, Unterstellungen und wahrscheinlich auch Spott und dumme Bemerkungen.

Ein Dankeschön aller an Sie, Herr Börner und Herr Fröhling, hätt’s auch getan!

Lieber Herr Börner, Lieber Herr Fröhling,
bitte bleiben Sie fest und unerschütterlich. Weichen Sie keinen Millimeter von Ihrer Entscheidung ab. Die Konzernleitung und alle anderen sollen zu Ihnen umkehren. Sie aber nicht zur Konzernleitung. (So etwas ganz grob Ähnliches steht … in der Biebel.)

Nein, dass ist nicht anmaßend – wie auch viele Christen meinen.
Das Gebot „Du sollst nicht töten.“ stammt ja nicht von Ihnen, auch nicht von mir, sondern von Gott. Und Gott steht über Ihnen, über mir, und über der Konzernleitung. Es wäre anmaßend, Gott und seine Wünsche für belanglos zu erklären und Gott zu ignorieren.

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Liebes Reinigungspersonal, Liebe Verwaltungsmitarbeiter(innne), liebe Krankenschwestern, Liebe Scheffärzte und Ärzte, Liebe Zulieferer, Liebe Zeitarbeiter und alle, die ich hier vergessen habe:

Jede und jeder von Ihnen wird sich am letzten Tag der Erde – dem sogenannten „Jüngsten Tag“ – vor Gottes Gericht verantworten müssen für alles, was er oder sie getan oder gelassen hat. Und wenn Sie dabei mitgeholfen haben, dass Menschen getötet wurden – die Gott ja nach seinem eigenen Bilde gemacht hat – dann versuchen Sie mal, Gott das zu erklären.

Es geht mir dabei nicht um die bereits vergangenen Abtreibungen. Jeder von uns wird an der einen oder anderen Stelle vor Gott schuldig. Dafür gibts Gott sei Dank für jeden, der will, Jesus, der unsere Haftung gegenüber Gott abdeckt. – Von den bisherigen Abtreibungs-Fällen rede ich also nicht.

Mir gehts nur darum: Dass ab sofort keine Menschen mehr abgetrieben werden.
Sie wissen doch, was Abtreiben ist – vom Wort her: Menschen abtreiben heißt, sie mit Absicht auf dem Mittelmeer elendig ersaufen zu lassen. Das ist „abtreiben“. Und ein Schwangerschaftsabbruch ist auch „Abtreiben“ – mit einem ähnlichen Ergebnis – nur mit anderen Methoden.

Vielleicht klingt das ein bisschen hart.

Ganz kurz:
Bitte, bitte, bitte – egal, in welcher Position Sie sind: Stoppen Sie ab sofort jegliche Art von Abtreibungen (außer bei Leben gegen Leben). Machen Sie nicht länger mit! Sie müssen nicht bei Abtreibungen mitwirken. Sie haben von Gott aus die ausdrückliche Erlaubnis „Nein!“ zu sagen! Allerdings kann das mit harten Konsequenzen, Jobverlust, Anfeindungen, Zoff in Ihren Familien und harten inneren Kämpfen verbunden sein.

Ein Mit-Gott-ist-alles-einfach-und-schön-Evangelium kann ich Ihnen leider nicht verkünden. Das wäre nicht ehrlich (ich habe es anders erlebt). Das wäre nicht fähr. Und es würde vor allem nicht dem entsprechen, was Gottes Sohn selber sagt (s. Biebel).

Trotzdem bin ich der Meinung, dass es genau das Richtige ist, zuallererst zu Gott, dem Vater von Jesus Christus zu gehören, und zuallererst das zu tun, was für ihn eine hohe Priorität hat.

Verehrtes Klinikpersonal:
Ihr oberster Scheff ist Gott. Und Sie können, wenn Sie wollen, seinen Anweisungen folgen.
Ihre Position, Ihr Tätigkeitsfeld, Ihr Mut oder ihre schlotternden Knie sind dabei völlig egal.
Wenn Sie zum Reinigungpersonal gehören – machen Sie beim Reinigen der OP-Räume vor und nach Abtreibungen nicht mit. (Sie riskieren damit wie gesagt Ihren Job!) Wenn Sie im Büro arbeiten, organisieren Sie keine Abläufe für die Abtreibungen. Als Ärzte – lassen auch Sie Ihre Arbeit liegen, wenn es um Abtreibungen geht.

Und – sehr verehrte Damen und Herren:
Sie sind die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik!
Bitte halten Sie zusammen! Stärken Sie Scheffarzt Börner und Klinikleiter Herrn Fröhling den Rücken.

Es ist (fast) nix ätzender, als wenn man sich für das Gute und Richtige einsetzt, dafür noch von allen Seiten Dresche kriegt und obendrein dann noch fast alle, die zu einem gehören sollten (seien das Christen – oder Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, denen ja auch das Leben (der Babys-im-Bauch?) wichtig ist) nicht zur Seite stehen oder gar in den Rücken fallen.

Und je mehr von Ihnen ein persönliches großes Risiko eingehen – desto kleiner könnte das Risiko für alle werden.
Wer möchte schon das halbe oder gar das gesamte Klinikpersonal entlassen, nur weil auf einmal megaviele Mitleid mit den Babys im Bauch oder Respekt vor der Gewissensentscheidung eines Scheffarztes haben?

Liebes Klinikpersonal:

Wir schreiben das Jahr 2017!

Es ist Reformation!

Reformation heißt: Heiße Eisen anpacken. Tabus brechen, wenn die Tabus Tod, Tötung oder Schlechtes fördern.

Genau darum sind wir doch Pfleger, Ärzte, Krankenschwestern oder Reinigungspersonal:

Wir sehen die – Verzeihung: die Scheiße. Wir sehen die Knochenbrüche, die Entzündungen oder den durchfallgeruchartigen Kot. Wir sind ja nicht blind. – Aber wir verschließen trotzdem nicht die Augen. Wir laufen nicht weg. Nee! Wir hämmern stattdessen und fräsen und verbinden und wischen und putzen – bis die Knochen wieder halten und der Stuhlgang vom Patienten und Umgebung verschwunden ist. – Jeder nach seinem Arbeitsbereich.

DAS ist unsere Aufgabe. Und DAS ist unsere Leidenschaft.

Wenn wir nun sehen, dass – ich bitte noch einmal um Verzeihung – ganz große Scheiße passiert, nämlich dass Menschen – Babys – im Mutterleib brutal umkommen – dann ist es unsere Aufgabe als Gesundheitskräfte, nicht alles so weiterlaufen zu lassen wie bisher. Wir – als Pfleger, Ärzte, Reinigungskräfte, usw. – sind dafür da, das, was nicht in Ordnung ist, zu lindern, zu beheben, zu beseitigen. So gut es eben geht und ie nachdem, was machbar ist.

Liebe Putzfrauen, Ärzte, Krankenschwestern, Kioskmitarbeiter, …
SIIIE sind wichtig! Sagen Sie Ihre Meinung.
Es ist (mir) völlig egal, ob Sie dabei stottern, stammeln, schüchtern oder elegant rüberkommen. Und es ist auch egal, auf welcher Sprosse der Karriere- und Hierarchieleiter Sie sich gerade befinden.

Ihr Wort zählt und Ihr Tun zählt.

Bitte, bitte, bitte – setzen Sie es ein.
Unterstützen Sie Scheffarzt Börner und Klinikleiter Fröhling
und vor allem die Babys im Bauch, von denen die allermeisten ganz sicher LEBEN wollen!

Amen!

Liebe Grüße
Blog.Ideesamkeit.de

PS: Rechtschreibung aussprachegemäß

 

Vorauslese (Bezug):

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