Auf der Durchreise

(95 Thesen für 2017 – Vorüberlegung: „Bin kurz weg“)

Im Grunde genommen sind wir nur auf der Durchreise. „Bin kurz weg“ steht auf einem Notizzettel. Schrank und Blumen stehen noch da, aber die Koffer sind schon gepackt … und erstarrt. Aus Stein. Auf einem Grab. Ein Eindruck vom Gelände der internationalen Gartenschau (igs) 2013 in Hamburg.


Auf der Durchreise - Grab Grabstein Tod Sterben

Im Grunde genommen sind wir nur auf der Durchreise. Auf einer für gewöhnlich ziemlich langen Durchreise: 10, 40, 60 Jahre – und trotzdem viel zu kurz – wenn es hoch kommt, auch 80 oder 100 Jahre.

„Bin kurz weg“ steht auf dem Notizzettel – ebenfalls zu Stein erstarrt (s. Foto unten). Das klingt etwas flapsig, auf einem Grab vielleicht auch fast ein bisschen pietätslos. Und etwas naiv: „Bin kurz weg.“ – Wie soll denn ein lieber Mensch, der nicht mehr lebt, wiederkommen?

Auf der Durchreise

Die Koffer gepackt. Aus Stein. Abschied. – Ein Abschied für immer, oder kann es ein Wiedersehen im Himmel geben? – „Bin kurz weg“ so die Schrift auf dem versteinerten Notizzettel …


Für eine Grabgestaltung etwas ausgefallen, merkwürdig, seltsam. Schön – aber befremdend.
Aber irgendwie hat der Notizzettel auch was. Etwas Wahres. Genaugenommen stimmt die Aufschrift sogar.

„Mit dem Tod ist man tot. Dann ist alles vorbei. Man spürt nichts mehr. Man ist nicht mehr.“ – Eine weit verbreitete Annahme – und zugleich ein weit verbreiteter Irrtum. Mit dem Tod ist man tot: Logisch. Aber richtig ist diese Aussage nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit. „Bin kurz weg“ – die Formulierung trifft das, was nach dem Sterben passiert, viel eher. Weil: Auch das, was nach dem Sterben passiert, ist nur eine Durchreise. Für „kurze“ Zeit. Wir sterben – aber wir sind nicht für immer tot. Genaugenommen sind wir nur „kurz weg“.“Kurz“ natürlich aus relativer Sichtweise.

Es gibt einen Tag – den genauen Termin weiß noch kein Mensch – da werden tatsächlich alle Toten wieder auf die Beine gestellt. Auferweckung nennt die Bibel das. Ein Engel von Gott bläst so unglaublich laut in eine Trompete, dass sogar die Toten davon wieder lebendig werden. Nein, kein Scherz! Das wird tatsächlich so passieren.

Das berühmte R.I.P. auf Grabsteinen, „Rest in peace“ – „Ruhe in Frieden“, ist also nur von befristeter Dauer. „Bin kurz weg.“ müsste eigentlich auf den Grabsteinen stehen. Es mag sein, dass man eine Zeit lang, wenn man tot ist, nichts mitkriegt. Das ist sogar sehr wahrscheinlich. Aber sobald Gottes Engel in die Trompete bläst, ist jeder bis dahin Tote von jetzt auf gleich wieder sehr lebendig. Und dann kriegt man alles mit.

Vor allem wird einem dann plötzlich schlagartig bewusst, dass man gerade in einer großen Menschenmasse vor Gott steht. Und dass man vor ihm Rede und Antwort stehen muss. Für alles, was man im Leben gesagt, getan und gelassen hat.

Dann wird ein Buch aufgeschlagen, ein Verzeichnis: das Buch des Lebens. Alle, die da drin stehen, erhalten freien Zutritt zum Himmel. Das sind die Menschen, die sich an Jesus, den Sohn von Gott, gewandt haben. Die schon zu Lebzeiten wussten, dass sie für Gott nicht genügen. Und die schon zu Lebzeiten gesagt haben: Gott, ich tauge nicht für den Himmel, ich bin für dich nicht gut genug. Aber ich verweise dich auf deinen Sohn Jesus: Der hat alle deine Forderungen erfüllt. Der hat deine erzürnte Verärgerung über meine Fehler und Vergehen, die mich jetzt treffen müsste, an meiner Stelle ausgehalten. Ich gehöre zu deinem Sohn – ich gehöre deinem Sohn. Deshalb, Gott, bitte ich dich, lass mich zu dir in den Himmel. Weil ich der Besitz von deinem Sohn bin.
Und man wird nachschauen, ob das so im Buch des Lebens dokumentiert ist …
… und wenn der Name desjenigen oder derjenigen tatsächlich im Buch des Lebens verzeichnet ist, wird man zu diesem Menschen sagen:

WAHNSINN! DEIN NAME IST JA TATSÄCHLICH HIER IM BUCH DES LEBENS ZU FINDEN. DU WILLST ZU GOTT IN DEN HIMMEL? KOMM REIN, HERZLICH WILLKOMMEN!

… und ihn zu Gott in den Himmel lassen.


Der Umkehrschluss gilt aber auch: Wer nicht mit seinem Namen im Buch des Lebens genannt ist, dem wird auch der Zutritt in den Himmel verwehrt. Meist nimmt man ja an, dass Petrus an der Himmelspforte steht und die Menschen einlässt. Aber ich glaube, dass ist ein Irrtum
. In der Vergleichsgeschichte von den fünf klugen und den fünf nicht so klugen Jungfrauen, die bei einer Hochzeitsfeier mitfeiern möchten, erklärt der Bräutigam fünfen der zehn Gäste: Ich kenne euch nicht! – und macht die Tür vor ihrer Nase wieder zu.

Genauso wird es auch allen gehen, die nicht im Buch des Lebens stehen, die nicht zu Jesus gehören, und die in den Himmel wollen. Jesus, der Sohn von Gott, wird „aus der Himmelstür herausschauen“ und sagen: Wer seid ihr denn? Haben wir uns schon mal gesehen? – Ach ja, ihr seid doch die, die nix von mir wissen wollten. Das, was ich euch von Gott, meinem Vater, erzählte, war euch zu dumm, zu naiv, zu idiotisch. Was ich getan habe, das mit dem Kreuz, dass ich die Rechnungen der Menschen, die sie bei Gott noch offen hatten, bezahlt habe, das hat euch nicht gefallen. Ihr habt mich verachtet, meine Leistung für euch ignoriert. Ihr wusstet nicht, wer ich bin, und wer mich zu euch geschickt hat. Schlimmer noch: Ihr wolltet es gar nicht wissen. Ihr wolltet mich nicht einmal kennen. Und jetzt auf einmal wollt ihr zu mir und zu Gott, meinem Vater, in den Himmel? Tut mir Leid:

Auch – ICH KENNE EUCH NICHT. BLEIBT WEG VON MIR! IHR SEID NICHT ZUR FEIER EINGELADEN.

Und die Tür zum Himmel wird vor ihrer Nase wieder zugeschlagen werden.
Für alle, die Jesus nicht zu Lebzeiten angenommen und für sich akzeptiert haben, wird es mit der Aufweckaktion mit der Posaune nach ihrem Tod ein böses Erwachen geben. Viele werden vielleicht denken, dass sie in den Himmel kommen, wenn sie nur einigermaßen gut gelebt haben. Aber es ist ähnlich wie auf den meisten Feiern: Wer keine guten Beziehungen zu dem hat, der feiert, kommt zu der Feier nicht rein (sich selbst einladen funktioniert im Himmel nicht). Und wer sogar den Bräutigam noch nie leiden konnte oder auch einfach nur null Kontakt zu ihm hatte, der wird nicht zur Hochzeitsfeier zugelassen. Hier auf der Erde vielleicht, mag sein. Aber nicht im Himmel. Und wie sich nach unserem Tod herausstellen wird, ist der Bräutigam, der im Himmel feiert: Jesus.

Außerhalb der Hochzeitsgesellschaft bleibt dann nur noch ein ziemlich dunkler, düsterer, unbehaglicher Ort. Die Bibel nennt das den „zweiten Tod“. Aber der hat dann mit R.I.P., Ruhe in Frieden, nichts mehr zu tun. Der zweite Tod ist eher ein Tod bei vollem Bewusstsein, eine ewige Quälerei, unaushaltbar und trotzdem ohne Ende, ein Feuersee …

Ziemlich harte Worte. Meist verschweigen wir das Ganze lieber, weil es ein heikles Thema ist. Nicht wirklich beliebt. Auch nicht so wirklich politisch korrekt. Ich glaub, nichtmal kirchenpolitisch korrekt.

Wobei: Wenn wir darauf hinweisen würden …

  • Name im Buch des Lebens (Mensch gehört Jesus) = freier Eintritt in den Himmel.
  • Name nicht im Buch des Lebens (Mensch gehört nicht Jesus) = Rauswurf aus dem himmlischen Vorhof und nie endende Quälerei

… dann hätten unsere Verwandten, Patienten, Bewohner, Kollegen, Freunde, sogar unsere Feinde, Lehrer, Schüler, Mitschüler, Kirchenbesucher, vielleicht auch mache Pastöre, Vorgesetzten, Mitarbeiter, Arbeiter, …

… wenigstens ein freie Wahl!

So … lassen wir vielfach unsere Mitmenschen einfach in ihr Unheil laufen. Sollen sie doch selber den Weg in den Himmel finden – oder auch nicht. Sind wir dafür zuständig? Wohl kaum. – So in etwa scheinen wir manchmal zu denken.

Bei Essen und Trinken, Medizin und Pflege, Finanzen, Arbeit, Anträgen und allem möglichen anderen im Leben gehen wir davon aus, dass man sich um eine Vielzahl von Dingen selber kümmern muss. Von nix kommt nix. Wir sorgen für uns vor und wir sorgen für andere vor. Aber was uns und anderen nach dem Tod passieren wird, an der Eintrittstür zum Himmel, das macht vielen von uns weniger Gedanken. Das überlassen wir vielfach einfach dem Zufall.

Das stimmt traurig?

Vor einer Reise packen wird alles, was wichtig ist, in die Koffer. Wir bereiten uns vor und kümmern uns um Personalausweis, Reisepass oder Einreisevisa.

Das Einreisevisum in den Himmel ist das Buch des Lebens (vgl. Offenbarung 20, 11-15). Wer da drinsteht, wer zu Jesus gehört, wird im Himmel herzlich willkommen geheißen.

Das Gute ist: Jetzt ist noch Zeit!
Sie können das Einreisevisum in den Himmel für sich beantragen – bei Jesus.
Und Sie können die Menschen, die Ihnen lieb und wichtig sind – solange sie bei Ihnen sind – auf dieses Einreisevisum hinweisen, darauf, dass man es braucht, und darauf, wie man es bekommt.

Wer stirbt, ist nicht für immer tot.
Wer stirbt, ist nur „kurz weg“.

Jetzt ist noch die Möglichkeit, Ihre Weiterreise nach dem Tod zu regeln.

 

One Comment

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One Comment on “Auf der Durchreise
  1. Ich finde diesen Zeilen einfach- durchdringend und PUNKT! genau! Ja lasst uns unseren Nächsten nicht nur lieben, das tun die nicht Gläubigen auch- lasst uns Tacheles reden über die Zukunft die jeder hat! Im Himmel oder NICHT im Himmel, das ist die einzige und wichtigste Zukunftsfrage für alle und wir die die es wissen sind mit verantwortlich ! Auf, auf die Zeit gehört ausgekostet!

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